Wissen schafft Heilung

 

    Klinik und Poliklinik für
    Hals-, Nasen- und Ohren-
    heilkunde der TU München

 

Univ.-Prof. Dr. A. Knopf

Ismaninger Str. 22

81675 München

+49 (0)89 4140-2390

Onkologie

Forschungsbereiche:

Strahleninduzierte Migration von Tumorzellen  bei Plattenepithelkarzinomen des Kopf-Hals-Bereichs (gefördert durch KKF)

Angiogenese und Metastasierung basaloid-squamöser Plattenepithelkarzinome des Kopf-Hals-Bereichs (gefördert durch die Sander-Stiftung)

Plattenepithelkarzinome (HNSCC) stellen mit einer Inzidenz von 540.000 Neuerkrankungen pro Jahr weltweit die häufigste Tumorentität des Kopf-Hals-Bereichs dar. Trotz intensiver Bemühungen Therapieoptionen zu optimieren, konnte die Gesamtüberlebensrate in den letzten Jahrzehnten kaum verbessert werden. Die Therapie basiert auf klinischen und histopathologischen Parametern wie z.B. der TNM-Klassifikation und der Tumorgraduierung, die jedoch nicht immer den klinischen Verlauf widerspiegeln.

Unsere Arbeitsgruppe beschäftigt sich mit der Identifikation prognostischer Tumormarker auf genomischer und Effektorebene. Mit Hilfe der dadurch gewonnenen Erkenntnisse können wir zwischen Hoch- und Niedrigrisikopatienten unterscheiden, aus denen sich dann individuelle und tumorgerechte Therapieansätze ableiten lassen.

Insbesondere hoch-aggressive Subtypen herkömmlicher HNSCC stellen eine klinische Herausforderung dar. Hierzu zählen basaloid-squamöse Karzinome (BSCC), die bereits bei umschriebenem Primärtumor Lymphknoten- und Fernmetastasen aufweisen können. Die molekularen Ursachen hierfür sind unklar. Unsere Arbeitsgruppe untersucht das Angiogenese- und Metastasierungsverhalten dieser Tumorentität als mögliche Ursache biologisch hoch-aggressiven Verhaltens.

 

Bedeutung des p53-Tumorsuppressorgens in Schleimhautmelanomen

Maligne Melanome sind hoch-aggressive Tumore der Haut und Schleimhäute, die durch ein schlechtes Ansprechen auf Strahlen- und Chemotherapie gekennzeichnet sind. Schleimhautmelanome kommen deutlich seltener vor als Melanome der Oberflächenhaut. Diese Untergruppe lässt sich lokoregionär nur schwer beherrschen, was die Prognose der Patienten dramatisch beeinflusst. Über die molekularen Hintergründe der Entstehung an sonnenabgewandter Schleimhaut und des biologisch aggressiven Verhaltens ist wenig bekannt. Im Fokus unserer Untersuchungen steht das Tumorsuppressorgen p53, das in der Mehrzahl solider Tumoren Veränderungen im Erbgut aufweist. Wir untersuchen den p53-Signalweg auf RNA- und Proteinebene sowie deren Veränderungen infolge von UV-Bestrahlung und Immun-/Chemotherapie.

 

Virus-assoziierte Genese in sinu-nasalen Karzinomen

Karzinome der Nasenhaupt- und nebenhöhlen stellen eine unübersichtliche Gruppe von Tumoren dar. Histologisch lassen sich diese in Plattenepithel-, Adeno-, adenoidzystische und undifferenzierte Karzinome sowie Lymphome, Melanome, Sarkome und Esthesioneuroblastome unterscheiden. Trotz intensiver Bemühungen ist die Ätiopathogenese dieser Tumoren bis auf wenige Ausnahmen unklar. In Kooperation mit dem Institut für Virologie untersuchen wir die Bedeutung viraler Gen-Expression an einem Kollektiv sinunasaler Karzinome. Unterschiedliche molekulare Ebenen werden auf Virus-assoziierte Aberrationen untersucht und in klinischen Kontext gesetzt. Eine mögliche Virusassoziation ließe Rückschlüsse auf eine zukünftige antivirale Therapie dieser Tumorart zu.

 

Ansprechpartner:

Univ.-Prof. Dr. med. A. Knopf

PD Dr. med. A. Pickhard