Hörzentrum München

 

      Prof. Dr. med. H. P.

      Niedermeyer

      Ismaninger Str. 33

      81675 München

      Tel: +49 (0)89 4140-9090

      Fax: +49 (0)89 4140-9091

      E-Mail: hzm@mri.tum.de

CI-Rehabilitation (Hörtraining)

Hören mit CI bedeutet, in eine neue Klangwelt einzutreten. Sowohl Geräusche als auch Sprache klingen anders als mit dem normalen Gehör oder mit dem Hörgerät. Unterstützt durch ein Hörtraining lernt der Patient, die zunächst fremden Klangbilder wahrzunehmen, zu unterscheiden, wiederzuerkennen und zuzuordnen. Das gilt sowohl für Töne und Geräusche als auch für Sprache. Mit der Zeit wird so aus dem bloßen Hören das Verstehen der neuen akustischen Umwelt.

Rehabilitation bei Erwachsenen

Hier einige Übungsbereiche aus unserem Hörtrainings-Programm: - Es werden Alltagsgeräusche und Musikinstrumente vorgestellt, die der Patient wahrnehmen soll und voneinander unterscheiden lernt. - Auf einem Instrument werden Töne von verschiedener Dauer, Lautstärke und Tonhöhe erzeugt. Anfangs geht es darum, große Unterschiede herauszuhören, später auch kleine Differenzen wahrzunehmen. - Aus Wortlisten werden einzelne Wörter vorgesprochen, die dann ohne Mundbild rein auditiv erkannt werden sollen. Anfänglich unterscheiden sich die Wörter in vielen Merkmalen, um dann mit steigendem Schwierigkeitsgrad immer ähnlicher zu werden. - Texte, Gedichte und Zeitungsartikel werden abschnittsweise vorgelesen und sollen hörend bzw. in Kombination mit dem Mundbild verstanden und wiedergegeben werden. Für alle Therapiebereiche gilt der Grundsatz, dass die Übungen auf den individuellen Stand des CI-Trägers zugeschnitten werden und die ca. 45-minütigen Sitzungen in einer ruhigen und entspannten Atmosphäre stattfinden. Während der gesamten Erstanpassungswoche/ Reha sind Therapeutin und Techniker in engem Austausch, so dass bei Schwierigkeiten im Hör-Verstehen ggf. Veränderungen in der Einstellung des Sprachprozessors vorgenommen werden können, die möglicherweise zu einer Verbesserung der Hörleistung führen. Grundsätzlich besteht nach der stationären oder tagesstationären Erstanpassungswoche für jeden Erwachsenen das Angebot einer ambulanten Fortführung der Hörrehabilitation in unserer Klinik. Für das selbständige Üben zu Hause und den speziellen Fall der einseitigen Ertaubung, die es erforderlich macht, die Trainingsinhalte direkt von einem Tonträger ins CI einzuspielen, um das normal hörende Ohr „auszuschalten“, können wir seit einiger Zeit die von uns erstellte Hörtrainings-CD „tu-go“ anbieten. Nach Abschluss der Prozessoreinstellung, die ca. drei Monate braucht, wird in manchen Fällen ein weiteres Training gar nicht mehr nötig sein, in anderen Fällen wohnortnah ambulant oder sogar in Form einer kompakten stationären Reha fortgeführt.

 

Rehabilitation bei Kindern

Bei Kindern wird die Rehabilitation meist über das Kinderzentrum München durchgeführt (www.kinderzentrum-muenchen.de), da dort ein kindgerechtes Ambiente sowie auf Kinder spezialisierte Fachkräfte wie z.B. Psychologen vor Ort sind. Im Regelfall sind die Kinder im Kinderzentrum bekannt, weil dort vor der Operation die entwicklungsneurologische Diagnostik durchgeführt wird. Die stationäre Rehabilitation dauert zweieinhalb Tage, die weitere Behandlung erfolgt ambulant. Auf Wunsch wird die Rehabilitation von Kindern auch an unserer Klinik durchgeführt.