Hörzentrum München

 

      Prof. Dr. med. H. P.

      Niedermeyer

      Ismaninger Str. 33

      81675 München

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Ohr-Operationen

Fast alle Ohroperationen können sowohl in Vollnarkose oder in örtlicher Betäubung durchgeführt werden. Aus Komfortgründen wählt heute ein überwiegender Teil unserer Patienten die Vollnarkose. Meistens ist ein Aufenthalt von drei bis fünf Tagen notwendig.

Der Zugang zum Mittelohr erfolgt entweder durch den Gehörgang (endaural) oder über einen Schnitt hinter dem Ohr (retroaurikulär). Auf diesem Weg gelangt der Chirurg unter der Gehörgangshaut hinter das Trommelfell und damit zum Mittelohr. Die zur Naht notwendigen Fäden werden nach einer Woche gezogen (- dies kann auf Patientenwunsch auch der Hausarzt oder niedergelassene HNO-Arzt erledigen). Bei Mittelohreingriffen wird in der Regel eine Tamponade aus feinen Gel-Schwämmchen in den Gehörgang eingebracht, um dem Trommelfell eine sichere Abheilung zu ermöglichen. Eine solche Tamponade wird in unserer Klinik erfolgt, und zwar in der Regel drei Wochen nach dem Eingriff.

Das Hauptziel einer Ohroperation ist immer, das Ohr von Entzündungsherden (oder, in seltenen Fällen, von Tumoren) zu befreien. Das zweite Ziel ist es, falls möglich, das Hören zu verbessern. Die meisten Eingriffe am Ohr kann man als Tympanoplastik bezeichen. Das griechische Wort tympanon bedeutet „Pauke“ und ist damit ein Synonym für das Mittelohr. Mit der Nachsilbe –plastik wird verdeutlicht, dass eine wiederherstellende Prozedur durchgeführt werden soll. Das beeinhaltet den Verschluss von Löchern im Trommelfell genauso wie die Rekonstruktion von Defekten an der Gehörknöchelchenkette. Im weiteren Sinne können auch sanierende Mittelohroperationen beim Cholesteatom (früher auch als „Knocheneiterung“ bezeichnet) dazu gezählt werden. Ganz besonders steht beim Cholesteatom im Vordergrund, das Ohr von Entzündungsherden zu befreien, denn das Cholesteatom (oder auch „Perlchengeschwulst“ genannt) ist eine aggressive Ohrentzündung, die unbehandelt sukzessive alle knöchernen Strukturen in ihrer Umgebung zerstört. Ein Cholesteatom muss chirurgisch entfernt, d.h. befallene Knochenstrukturen mit dem Bohrer abgeschliffen werden. Nach einem ausgedehnten sanierenden Eingriff kann es sein, dass die Rekonstruktion der Hörfähigkeit hinten anstehen muss, bis die Mittelohrstrukturen abgeheilt sind, und erst in einer zweiten hörverbessernden Operation nach einem Jahr erfolgen kann. Jeder hörverbessernde Mittelohreingriff zielt darauf ab, die Schallleitungsschwerhörigkeit zu verbessern, indem die Übertragung von Trommelfell und Gehörknöchelchenkette optimiert wird. Um die Kettenübertragung zu verbessern, wird manchmal körpereigenes Material, z.B. kleine Knorpelstückchen, eingebracht, damit die Kette wieder passend ineinander greift. Darüber hinaus gibt es eine Anzahl von Prothesen (z.B. aus Titan), welche die Gehörknöchelchenkette ganz oder teilweise ersetzen können.

Ein weiterer häufiger Mittelohreingriff ist die Stapesplastik, bei der das Steigbügel-Knöchelchen ersetzt wird. Diese Operation kommt bei der Diagnose einer Otosklerose in Betracht. Im Falle von Otosklerose tritt eine fortschreitende Verknöcherung der Verankerung des Steigbügels in seiner Verbindung zum Innenohr auf. Die Folge ist zunächst eine zunehmende Schallleitungsschwerhörigkeit (im späteren Stadium möglicherweise auch kombinierte Schwerhörigkeit). Bei der Stapesplastik wird in der Regel ein Loch in der verknöcherten Fußplatte des Steigbügels gebohrt und dort eine Steigbügel-Prothese eingebracht.

Mögliche Komplikationen: Unsere Chirurgen sind mit den Strukturen und Nachbarstrukturen des Ohres bestens vertraut. Dennoch können wie bei jedem Eingriff bei einer Ohroperation auch Komplikationen auftreten. Wenn wir mit Ihnen eine Operation planen und bei der Aufklärung am Tag vor dem Eingriff, erläutern Ihnen unsere Ärzte die Risiken und ihre Wahrscheinlichkeiten.