Hörzentrum München

 

      Prof. Dr. med. H. P.

      Niedermeyer

      Ismaninger Str. 33

      81675 München

      Tel: +49 (0)89 4140-9090

      Fax: +49 (0)89 4140-9091

      E-Mail: hzm@mri.tum.de

Pädaudiologie

Liebe Eltern!

In unserer Kindersprechstunde bieten wir alle notwendigen Untersuchungen zur frühzeitigen Erfassung und Behandlung von kindlichen Hör- sowie Sprachentwicklungsstörungen in einem kindgerechten Umfeld an.

Ein regelrechtes Hörvermögen ist eine wesentliche Voraussetzung für eine altersentsprechende sprachliche und allgemeine Entwicklung. Im Jahr 2009 wurde das Universelle Neugeborenen Hörscreening eingeführt, um Hörstörungen möglichst frühzeitig zu erkennen. In den ersten Lebenstagen wird das Hörvermögen am schlafenden Kind ohne jegliche Belastung für Kind und Mutter geprüft.

Sollte bei Ihrem Kind der Verdacht auf eine Hörminderung bestehen, werden nach einem einleitenden Gespräch eine HNO-ärztliche Untersuchung des Kindes und altersgerechte Hörtests durchgeführt.

 

Vermuten Sie bei Ihrem Kind ein Rückstand der Sprachentwicklung, wird an die HNO-Untersuchungen und die Hörtests eine Sprachuntersuchung (logopädische Diagnostik) angeschlossen. Diese Untersuchungen nehmen ca. 2 Stunden in Anspruch. Treten bei Ihrem Kind nach der Einschulung oder während der ersten Grundschulklassen nicht erklärbare Leistungsschwankungen oder -schwächen auf, kann dies auf eine auditive Verarbeitung und Wahrnehmungsstörung (AVWS) zurückzuführen sein.

Die Untersuchungen umfassen ausführliche Hörtests und eine logopädische Überprüfung der Sprachverarbeitung und dauern ca. zweieinhalb Stunden. Da die AVWS wegen eines unterschiedlichen Therapieansatzes von einer Legasthenie (LRS) oder einer Aufmerksamkeitsstörung (ADS/ADHS) abgegrenzt werden sollte, empfehlen wir vorab den Ausschluss einer ADS/ADHS durch den Kinder- und Jugendpsychiater sowie einer LRS durch den Kinderpsychologen. Am Ende der Untersuchungen werden die erhobenen Befunde ausführlich mit Ihnen besprochen und gegebenenfalls Anschlusstermine vereinbart. Der zuweisende Arzt und Sie erhalten einen ausführlichen zusammenfassenden Brief per Post.

 

 

Hinweise: Da die Untersuchungen zum Teil sehr aufwendig sind, bitten wir Sie, ausreichend Zeit mitzubringen. Wartezeiten sind trotz Terminvereinbarung leider nicht immer zu vermeiden. Falls Sie aus zeitlichen Gründen Hör- und Sprachuntersuchungen nicht an einem Tag durchführen lassen wollen, kann dies auch an unterschiedlichen Tagen geschehen. Bitte bringen Sie die Ihnen vorliegenden Befunde, das gelbe Untersuchungsheft sowie eine Überweisung und die Versichertenkarte zum vereinbarten Termin mit.

 

Achtung: Die Kindersprechstunde findet ab sofort in der Ismaninger Straße 33 im Hörzentrum statt.

 

Für medizinische Notfälle wenden Sie sich bitte an unsere HNO Ambulanz (089 4140-2390), gegebenenfalls auch über das Notfallzentrum (089 4140- 63 00).

Firma MedEl www.medel.de

Firma Cochlear www.cochlear.de

Firma Advanced Bionics www.bionicear-europe.com

Firma Oticon www.oticonmedical.com

Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit www.lgl.bayern.de

Universelle Neugeborenen Hörscreening: ein bis zwei Neugeborene von 1000 leiden an einer behandlungsbedürftigen Hörstörung. Studien belegen, dass diese durchschnittlich erst im Alter von 36 Lebensmonaten diagnostiziert wurden, zumeist nachdem die Kinder durch Sprachentwicklungsverzögerung auffällig wurden. Viele Geburtskliniken in Deutschland führten bereits früher das universelle Neugeborenen Hörscreening durch, allerdings stellte sich als Problem die konsequente Nachverfolgung (Tracking) eines auffälligen Befundes dar. Nach Beschluss des gemeinsamen Bundesausschusses zur Einführung eines universellen Neugeborenen Hörscreenings koordiniert seit 2009 in Bayern das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) unter Nutzung der bereits im Neugeborenenstoffwechsel Screening bewährten Strukturen das tracking. Beim universellen Neugeborenenhörscreening wird meist innerhalb der ersten drei Lebenstage ohne Belästigung für Kind oder Mutter die Innenohrfunktion über Nachweis der OAE gemessen.

 

Eine automatische Hirnstammaudiometrie wird bei einem auffälligen Befund zur Kontrolle und als Erstuntersuchung bei Risikokindern (u.a. familiäre Hörstörung, Sauerstoffmangel, ausgeprägte neugeborenen Gelbsucht) eingesetzt.

 

Bei weiter auffälligem Befund muss bis zum dritten Lebensmonat die Konfirmationsdiagnostik erfolgen, die gegebenenfalls notwendige Hörgeräteversorgung bis zum sechsten Lebensmonat. Verantwortlich für die Durchführung des universellen Neugeborenenhörscreenings ist der entbindende Arzt bzw. die Hebamme.

 

Die Mitarbeiter des Hörzentrums führen bereits seit Jahrzehnten das universelle Neugeborenenhörscreening auf der Neugeborenenstation des Klinikums rechts der Isar durch. Auch für auswärts entbundene Kinder bieten wir eine zeitnahe Erst- und Kontrolldiagnostik sowie die dann darauf folgende Konfirmationsdiagnostik einschließlich der gegebenenfalls notwendigen weiteren Therapiemaßnahmen an. Hörtest: es lassen sich zwei verschiedene Arten von Hörtests unterscheiden: einerseits die subjektiven Testverfahren, die die Mitarbeit des Untersuchten erfordern, andererseits die objektiven Verfahren, die ohne Mitarbeit des Untersuchten möglich sind. Die subjektiven Testverfahren sind die Tonschwellenaudiometrie sowie die Sprachaudiometrie, die objektiven Verfahren die Messung der Trommelfellbeweglichkeit (Tympanometrie), der Reflexe eines Mittelohrmuskels (Stapediusreflex), der Funktion der äußeren Haarzellen (Schweiz) und der Hirnstammpotenziale (BERA, AEP).