AG Onkologie

Die Arbeitsgruppe Onkologie beschäftigt sich mit der klinischen und experimentellen Erforschung von Kopf-Hals-Tumoren.


Forschungsschwerpunkte


Kopf-Hals-Tumore stellen weltweit die siebthäufigste Krebstodesursache dar. Die weltweite Inzidenz beträgt ca. 600.000 Neuerkrankungen pro Jahr, mit steigender Inzidenz HPV-assoziierter Tumore. In den letzten Jahren hat sich bei Kopf-Hals-Tumoren neben der Chirurgie, Radio- und Chemotherapie die Immuntherapie etabliert. Es spricht jedoch nur ein kleiner Teil der Patienten auf die Immuntherapie an, zudem treten insbesondere in fortgeschrittenen Krankheitsstadien häufig Rezidive auf, was möglicherweise an der Interaktion der Tumorzellen mit den benachbarten Zellen des Stromas liegt. Die genaue Kenntnis des Zusammenspiels zwischen Tumorzellen, Immunzellen und benachbarten  Zellen ist daher für die Entwicklung neuer therapeutische Ansätze notwendig. Hierbei gibt es immer mehr Hinweise darauf, dass Thrombozyten eine wichtige Rolle spielen. Thrombozyten können z. B. „normale“ MHC Klasse 1 Moleküle auf Tumorzellen übertragen und so die Zytotoxizität von NK-Zellen verhindern. Zirkulierende Tumorzellen werden durch Thrombozyten vor der Wirkung von tumor Nekrose Faktor α geschützt. Ein besonderer Fokus der Arbeitsgruppe besteht daher in der Entschlüsselung der Rolle von Thrombozyten in der Genese von Kopf-Hals-Tumoren.

Neuere Erkenntnisse belegen, dass die Immunabwehr gegen Tumore maßgeblich durch das Mikrobiom beeinflusst wird und z. B. das Ansprechen auf Checkpoint-Inhibitor-Therapien mit der Zusammensetzung des Mikrobioms assoziiert ist. Die genauere Kenntnis des Zusammenhanges zwischen Veränderungen im Mikrobioms und z. B. der Immunantwort gegen den Tumor könnte zur Generierung neuer Therapieansätze führen. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeitsgruppe ist daher die Entschlüsselung der Rolle des Mikrobioms bei Kopf-Hals-Tumoren.

Im Gegensatz zu anderen Tumorentitäten stehen bei Kopf-Hals-Plattenepithelkarzinomen (HNSCC, head and neck squamous cell carcinoma) bislang neben dem HPV-Status keine molekularen Marker für die Stratifizierung oder Therapieprädiktion in der Klinik zur Verfügung. Die Erforschung weiterer diagnostischer Marker hat eine große Relevanz. Ein wichtiger Fokus der Arbeitsgruppe ist darum die Identifikation von Biomarkern (u. a. EBV bei sinu-nasalen Karzinomen, NOTCH1 bei HNSCC) und der Bedeutung der Flüssigbiopsy (liquid biopsy) bei HNSCC. Hiermit sollen Krankheitsverläufe besser vorhergesagt und individuellere Therapieansätze abgeleitet werden.

Es werden fortlaufend medizinische und naturwissenschaftliche Doktorarbeiten vergeben. Wir freuen uns über Anfragen.