Medikamentöse Tumortherapie

Bösartige Tumoren im HNO-Bereich können neben der Chirurgie und der Strahlentherapie auch mit einer Chemotherapie, also einer medikamentösen Therapie, behandelt werden. Diese Substanzen werden im gesamten Körper wirksam. Dies hat den Vorteil, dass Tumorzellen im gesamten Körper und nicht nur lokal eliminiert werden können. Nachteilig ist, dass auch Nebenwirkungen im gesamten Körper auftreten können.

Man unterscheidet hierbei verschiedene Therapiekonzepte. Neoadjuvante Chemotherapien finden vor einer geplanten Operation statt. Sie dienen dazu den Tumor zu verkleinern. Dies kann in einigen Fällen kleinere besser verträgliche Operationen ermöglichen. Diese Form der Chemotherapie wird zurzeit nur im Rahmen von Studien eingesetzt.

Adjuvante Chemotherapien werden bei großen Tumoren im Anschluss an eine Operation eingesetzt, um das Rezidivrisiko zu minimieren.

Palliative Chemotherapien kommen bei nicht mehr heilbaren Tumorleiden zum Einsatz. Sie haben zum Ziel, das weitere Tumorwachstum zu verlangsamen. Häufig ist auch eine zeitweilige Verkleinerung des Tumors möglich. Hierdurch kann das Gesamtüberleben verlängert werden.

Grundsätzlich unterscheidet man im HNO-Bereich zwischen klassischen Chemotherapeutika und der Immuntherapie.

Klassische Chemotherapeutika („Zytostatika“) behindern grundsätzlich die Zellteilung. Dies funktioniert bei entarteten Zellen (Tumorzellen), bei denen die Reparaturmechanismen nur noch eingeschränkt funktionieren, deutlich besser, als bei gesunden Zellen.

Immuntherapeutika können Abwehrzellen des Körpers aktivieren. Diese können Tumorzellen dann besser erkennen und effektiver eliminieren.

Im Rahmen unseres interdisziplinären Kopf-Hals-Tumorboards diskutieren wir für jeden Patienten individuell welche Therapie am geeignetsten ist.

Zuständige Sektionsleiter

Univ.-Prof. Dr. med. Barbara Wollenberg

Direktorin

PD Dr. med.
Benedikt Hofauer

   

PD Dr. med.
Markus Wirth