1. Schädelbasis – Navigationschirurgie

Navigationssysteme in der Kopf-Halschirurgie

Im HNO-Gebiet finden sich vier der fünf bekannten Sinne des Menschen: Hören, Sehen, Schmecken und Riechen. Tagtäglich operieren wir an diesen Sinnesorganen und an anderen lebenswichtigen Strukturen, wie zenralen Blutleitern und Nerven, dem Gehirn und der Wirbelsäule. Bei Wiederholungseingriffen, besonders schwierigen Operationen und anatomischen Besonderheiten in den Nasennebenhöhlen, an der Schädelbasis und in der Orbita führen wir den Eingriff mit einer computergestützten Navigation (Computer Assisted Surgery = CAS) durch. Hierfür werden eine spezielle Computertomographie (CT) und/oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) angefertigt, die für den Computer lesbar sind. Die vor der Operation erstellten CT- oder MRT-Aufnahmen des Patienten werden mit seiner Position im Operationssaal mittels zweier Infrarotkameras in Übereinstimmung gebracht. Mit einer Planungssoftware kann dann genau der Eingriff vorhergeplant werden, so dass alle relevanten Bereiche hinreichend saniert werden können, bei einem Maximum an Sicherheit. Während des Eingriffs hat der Operateur neben dem endoskopisch oder mikroskopischen Bild ständig eine Übersicht über die Anaromie und die angrenzenden Struktren auf einem großen Computermonitor. Die 3D-Visualisierung gibt dabei Informationen über jene Strukturen, die hinter den sichtbaren Ebenen verborgen liegen. Im Bereich des Gehirns, der Augen, Nerven und Gefäße kann jetzt im Milimeterbereich genau operiert werden.

Schädelbasischirurgie


Die Schädelbasis teilt sich in der HNO-Heilkunde in zwei Berieche – die Laterobasis mit dem Ohr als zentralem Organ und der Frontobasis mit der Nase, den Nasennebenhöhlen und der Orbita (Augenhöhle) als zentralen Organen. Die Chirurgie dieser Region ist in aller Regel eine interdisziplinäre Aufgabe, bei der wir in enger Zusammenarbeit mit den Kliniken der Neurochirurgie, Augenheilkunde, Mund-Kiefer-Gesichtschirurrgie, Kinderchirurgie, Neuroradiologie und Strahlentherapie am Klinikum rechts der Isar stehen.

Nach ausgiebiger bildgebender Diagnostik erfolgt die interdisziplinäre Zusammenarbiet und Planung des weiteren Vorgehens, um eine umfassende Behandlung des Patienten vor, während und nach einer Operation durchzuführen. Hilfreich ist hierbei die Anwendung unseres computergesteuerten Navigationsgerätes während der Operation, das einen direkten Zugangsweg, eine gute Orientierungshilfe und damit die Planung und Durchführung kompliziertester Schädelbasiseingriffe ermöglicht. Die Erkrankungen der Schädelbasis sind Entzündungen, Frakturen (Brüche) und vor allem gut- oder bösartige Tumoren, die in der Schädelbasis entstanden, dort abgesiedelt oder in diese eingewachsen sind.

Zuständige Sektionsleiter

Univ.-Prof. Dr. med. Barbara Wollenberg

Direktorin

PD Dr. med.
Adam Chaker